Stadtbücherei Esslingen im ehemaligen Modehaus Kögel

Redebeitrag von Stadträtin Ulrike Gräter in der Gemeinderatssitzung vom 26. Februar 2024

Kennen Sie Florence Gaub?  Sie ist Zukunftsforscherin und verwendet einen Begriff, der so treffend unsere Thematik betitelt. Sie spricht von der Zukunft als Möglichkeitsraum.  Im wahrsten Sinne des Wortes diskutieren wir über einen Möglichkeitsraum für unsere Stadtbücherei, oder wie Herr Butler es vielleicht sogar nennen würde, über einen Möglichkeitstraum. Lassen Sie mich in drei Zeitabschnitten die Position der SPD-Fraktion erklären.

Rückblick-Augenblick-Ausblick

2019 Bürgerentscheid: Modernisierung und Erweiterung in der Heugasse oder Neubau Küferstraße? Die Position ist bekannt: Die Neubaupläne in der Küferstraße überzeugten nicht, deshalb ein klares Plädoyer für den Pfleghof. Pandemiejahre, Verdreifachung der Baukosten. 2022 neuer Beschluss: Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 17 Mio Euro. In 2023 ergab sich durch freiwerdende zentrale Gebäude ein neues Tableau an Möglichkeiten und gleichzeitig die Aufgabe, die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten bzw. zu steigern.

So viel rückblickend: Die aktuellen Fragestellungen zum ggf. neuen Standort der Bücherei heißen Möglichkeit, Machbarkeit und Mehrwert.

Eines vorab: Unsere unverzichtbare Bedingung lautet „Der Bebenhäuser Pfleghof bleibt im Bestand der Stadt und wird für öffentliche kulturelle Angebote weiterentwickelt.“ Wir haben bereits im Verwaltungsausschuss beantragt, dass diese Bedingung in eine Beschlussziffer gefasst wird (siehe Anlage 10 zur Vorlage).

Gut, die Möglichkeit ist erkannt, die Machbarkeit ist nach einer ersten Beurteilung der technisch-baulichen Gebäudestruktur gegeben. Wo liegen die Mehrwerte, die Vorteile, der zusätzliche Nutzen?

  1. Barrierefreiheit, zwei ebenerdige Eingänge, Aufzüge zur Erreichbarkeit aller Ebenen
  2. Geniale zentrale Lage: Ausstrahlung und Anziehung gleichermaßen, Kreuzung vieler Verkehrsachsen
  3. Mehr Fläche mit viel Tageslicht
  4. Flexible Nutzung
  5. Gegebenheiten, die die Wünsche der Bürgerbeteiligung umsetzbar machen
  6. Geschützter Familienbereich
  7. Angebote für Jugendliche
  8. Open library bzw. Café, unabhängig vom Betrieb nutzbar
  9. Und schließlich einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Wir benötigen für diesen Standort keinen Umbau im laufenden Betrieb

Ausblick, Fragen, Wünsche:

Wir brauchen einen realistischen Zeitplan. Andersherum formuliert: Die Geduldsvorräte in Sachen Bücherei sind endlich. Wir brauchen eine weitergehende Machbarkeitsstudie und daraus folgernd einen sicheren Kostenrahmen. Um den Jugendbereich attraktiv auszubauen, sollte die, ich nenne es „Marco Polo-Fläche und die Grotte darunter, verfügbar sein. Die Anmietung von Fischbrunnenstraße 4 und 4/1 sollte sichergestellt werden. Viel Licht, viel Sonne, neue Fensterflächen, die bis jetzt durch Verkaufsmobiliar bedeckt waren, erfordern ausreichend Verschattung und Belüftung.

Last but not least – Thema Kommunikation: Information für die und Austausch mit der Bürgerschaft. Für den 5. und 9. März sind Informationsveranstaltungen vor Ort angekündigt. Sehr gut!

Unser Fazit zum heutigen Stand: Wir haben die Chance für eine moderne Stadtbücherei als pulsierendes Herz im Zentrum der Innenstadt.

Wir haben den Spirit und die Expertise eines hochmotivierten Büchereiteams.

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie erinnern sich an Florence. Sie erinnern sich an Zukunft als Möglichkeitsraum. Wir meinen, diese Möglichkeit hat Zukunft.

Ich danke Ihnen.