Sparen ja – aber nicht an Wertschätzung für das Team der Bücherei 

Werfen wir einen kurzen Blick zurück auf den 8. März, den Tag des Bürgerentscheids zur Standortfrage für unsere Stadtbibliothek: Rund 26.000 Esslinger:innen stimmten für den Verbleib am Standort, rund 12.000 für den Umzug ins leerstehende Kögel-Gebäude. Die Entscheidung ist also klar, und die daraus erwachsende Aufgabe ebenso: Verbleib der Bibliothek im Pfleghof, Sanierung der Bibliothek im Pfleghof. Oder, wie es meine Patentochter formulierte: „Okay – ihr müsst aus der zweitbesten Variante das Beste machen.“ 


Nun springen wir also zurück auf den Stand eines Gemeinderatsbeschlusses aus dem Jahr 2022. Damals wurden 37 Sanierungsbausteine geplant und vorbereitet. Wir begrüßen ausdrücklich die Prüfung eines Sanierungsgebiets und die damit verbundenen Förderungen, um die Sanierungskosten zu reduzieren. Die Schwerpunktthemen sind heute wie damals unverändert: Möglichst viel Platz für Lernende und Familien sowie Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung durch höchstmögliche Barrierefreiheit. Wir gehen also in die konkrete Umsetzung und starten eine mehrjährige Baustelle. Dies betrifft sowohl Menschen, die in der Bibliothek arbeiten als auch Menschen, die die Bibliothek besuchen. Für erstere ist das der tägliche Arbeitsplatz; sie können dieser Baustelle nicht ausweichen. Besucher:innen können das dagegen sehr wohl; sie können kommen und gehen, wie es ihnen beliebt. Schlechtestenfalls bleiben sie mit der Zeit ganz weg. Bleibt zu hoffen, dass sie nach dem Ende der mehrjährigen Sanierungsphase wieder den Weg zurück in „ihre“ Stadtbücherei finden.


In jüngster Vergangenheit war (diplomatisch ausgedrückt) das Interesse für die Belange des Bibliotheksteams nicht bei allen Entscheidungsträgern und Akteuren gleichermaßen ausgeprägt. Wir zollen dem Bibliotheksteam Respekt und danken für ihre Professionalität, für ihre Toleranz. Apropos Toleranz: Diese hat ihre Grenzen, wenn Belastungen durch die Sanierung unzumutbar werden, wodurch insbesondere das Team betroffen wäre. Deswegen sehen wir als SPD klar die Notwendigkeit einer Interimsunterbringung und hoffen, dass sich hierfür schnell ein Objekt findet. Sparen ja, aber nicht in punkto Wertschätzung für das Bibliotheksteam.