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SPD zur Schulentwicklung

Gemeinderatsfraktion


Klaus Hummel

Gemeinderat 08.10.2018, Redebeitrag von Klaus Hummel:

Nichts ist so beständig wie der Wandel – die Signale der Landespolitik sind widersprüchlich und über die Jahre immer wieder anders. Und unser zweites Problem: Entscheidungen und Stimmungen wirken erst zeitversetzt! Wir stellen heute mit der mühevoll erarbeiteten, heiß diskutierten Entscheidung zur weiteren Schulentwicklung lediglich Wegweiser auf. Danach kann die Schulverwaltung erst loslaufen. Ihr unseren herzlichen Dank für unendlich viele, 21 durchdachte Varianten. Die SPD will mit ihrem heutigen Antrag erreichen, dass rasch gebaut werden kann und unsere Schullandschaft die Kinder in den Mittelpunkt stellt, dass bauliche Planungen, Umbauten, vor allem der Neubau auf Bedürfnisse des neuen Lernens ausgerichtet werden und endlich Barrierefreiheit möglich wird, dass wir mit der Entscheidung – gerade auch der Schulart der neuen Schule - in Esslingen deutlich mehr für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit tun, dass wir uns dabei erinnern, welche Wegmarken zu Beginn unserer Schulentwicklung gesetzt wurden: Bedingungen zu schaffen, dass Kinder die für sie individuell bestmögliche Leistung erbringen können.

Und: es ist Zeit, dass wieder Zuversicht, Ruhe und Vertrauen in Esslinger Lehrerkollegien einkehren, die wir teilweise feste durcheinandergewirbelt haben und dass Elternbeiräte und Elterninitiativen klare Perspektiven haben. Unbestritten sind für die SPD: Die RSO 4,5-zügig an einem Standort. Zwei Standorte waren vor zwei Jahren in der Innenstadt falsch und sind es heute genauso, das haben alle erkannt. Und die Ganztagesgrundschule in den Lerchenäckern so rasch wie möglich. Die SPD beantragt heute als ihren Weg wie angekündigt:

  1. Ein klares JA zur Gemeinschaftsschule, wir wollen die gymnasiale Oberstufe für die Innenstadt und damit die Festschreibung der 5-Zügigkeit dort. Die Oberstufe einer GMS zu befürworten - gleichzeitig aber der Antrag für die Gründung von zwei Realschulen zu begründen, ist ein Widerspruch in sich und zeigt wenig Vertrauen in diese Schulart. Wir wollen als Neue Schule Esslingen in der Pliensauvorstadt eine 4-zügige GMS, am jetzigen Schulstandort, mit der dafür zusätzlich notwendigen Erweiterungsfläche. Diese Schule muss der Stolz des Stadtteils werden, baulich herausragend und neu dastehen, wird ein attraktives Profil bieten. Alles auf Anfang! So, wie es uns die bundesweite Expertengruppe empfohlen hat und aus denselben Gründen, wie es die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtsverbände begründen, genau so!
     
  2. Zentral ist es der SPD, unabhängig von der Schulart, die wir wählen, gezielt dort eine gebundene GTS vorzusehen und diese baulich von Anfang an einzuplanen und dann umzusetzen. Gut gemachte Ganztagesbildung fördert unbestritten Chancengerechtigkeit. Nicht zuletzt begründen wir dies mit Blick auf die direkt profitierenden Stadtteile Mettingen – Brühl – Weil – Pliensauvorstadt: 25% der Esslinger Einwohnerschaft. Wir beachten die dortigen Sozialdaten: extrem geringe Übertrittsquoten zu höherer Bildung (16% gegenüber 69% in den Höhenlagen), hohe Existenzsicherungsleistungen und soziale Bedarfslagen, viele Familien mit drei Kindern und mehr. Nur die GMS kann aus unserer Überzeugung dem dort besonders notwendigen, heterogenen Lernen, der nötigen Förderung entsprechen, um Kinder durch ihre Form des Lernens zu höheren Abschlüssen zu führen als abzusehen war, dies zumindest so lange wie möglich offenhalten. Dies beweisen die ersten guten Prüfungsergebnisse der GMS-Mittleren Reife im Land. Nicht zuletzt stärken wir durch starke GMS unsere guten Gymnasien mit ihrem Bildungsauftrag, verhindern hoffentlich das beschämende „Abschulen“ von jährlich 100 Schülern aus den Gymnasien und das Überlaufen an RS / GMS!
     
  3. Um auf die notwendigen 20,5 Züge der zweiten Säule zu kommen, wollen wir die Erweiterung der Seewiesenschule um 1 auf 3, an der ZRS um 1 auf 4 Züge. Dies geht dort rascher als anderswo. Sekundarschulen müssen für uns um ein breitgefächertes Angebot zu machen, alle mindestens 3-zügig sein!
     
  4. Wir wollen keine weitere Sekundarschule in den Lerchenäckern. In unmittelbarer Nachbarschaft zur im Lande best- angenommenen RSO sehen wir dort keine Profilierungsmöglichkeit.

Nun wird uns das angebliche NEIN des Landes zu einer weiteren GMS vorgehalten. Es gäbe kein öffentliches Interesse, also keinen Elternwillen. Was helfen uns Aussagen aus Gemeinderat und Verwaltung: „Wir wären ja eigentlich auch…wir wissen, dort gehört eine GMS hin, wir sehen das auch so …“ Rein formal: Land und wir als Kommune sind gemeinsam die Schulträger. WIR Esslinger kennen vor Ort die Schulumgebung, wir stemmen das meiste Geld dafür. Vor nicht ganz sechs Jahren hatten wir alle für sechs GMS gestimmt. Das Land hat uns nicht interessiert. Niemand von uns weiß wie der Elternwille in 4-5 Jahren ist, wenn die neue Schule ja erst in Betrieb geht. Wir wollen dort ein zukunftsweisendes Bildungsangebot und sagen JA zu einer weiteren GMS mit guten Gründen. Falls das Land dazu NEIN sagt, geht es in ein Schlichtungsverfahren, wie wenn wir einer Schulleiterbesetzung nicht zustimmen oder bei der Auflösung einer Schulart nicht einigen können. Die SPD ist optimistisch, was die Zukunft der Anmeldungen an den GMS angeht: gute Bedingungen + klares JA, die Oberstufe für unsere GMS => die Akzeptanz bei den Eltern wird sich spürbar erhöhen. Aber wie zu Beginn gesagt: „Nichts ist beständiger als der Wandel“.

Es gilt das gesprochene Wort.

 
 

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