Planungswettbewerb neue Schule

Veröffentlicht am 10.07.2019 in Gemeinderatsfraktion

Redebeitrag von Andreas Koch in der Sitzung des Gemeinderats am 08. Juli 2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,

obwohl die Meinungen darüber weit auseinandergehen und die Verwaltung offensichtlich komplett anderer Auffassung ist: A priori ausschließen lässt es sich zumindest in unseren Augen nicht, dass die PCB-Probleme an der Zollberg-Realschule und was damit zusammenhängt auch Folgen für die gesamtstädtische Schulentwicklung haben. Im Gegenteil! Von daher legt sich ein Innehalten auf jeden Fall nahe bzw. ist de facto unumgänglich. Entsprechend stimmt die SPD dem Eilantrag zur vorübergehenden Aussetzung des Planungswettbewerbs Neue Schule Esslingen in der Pliensauvorstadt zu.

Dabei argumentieren wir allerdings an einem entscheidenden Punkt anders als die Antragsteller selbst. Für die SPD steht nämlich schon zum jetzigen Zeitpunkt ohne Wenn und Aber fest: An einem Neubau führt auf dem Zollberg kein Weg vorbei. Schließlich ist gutachterlich eindeutig festgehalten: In einem lediglich kernsanierten Gebäude werden Restbelastungen durch PCB verbleiben. Dafür Millionen auszugeben wäre ein Schildbürgerstreich und Geld zum Fenster hinausgeworfen: Die nach wie vor mit Giftstoffen belastete Schule würde bei Schülern, Eltern und Lehrern ohne Akzeptanz bleiben! Insofern lautet die primäre Frage, die es zeitnah zu klären gilt, nicht mehr wie in der Antragsbegründung formuliert: Was ist wirtschaftlicher – Kernsanierung oder Neubau? Sondern: Was für eine Schule wollen wir auf dem Zollberg neu bauen und wie viele Züge soll sie zum Beispiel haben? Wobei man diese Frage – es geht bei ihr ja auch um ein Ausloten von Chancen für unsere Bildungslandschaft als ganzes – seriös nur im Blick auch auf andere Schulstandorte und nicht mit dem Fokus ausschließlich auf den Zollberg beantworten kann. Damit aber kommt nicht zuletzt die Neue Schule Esslingen mit ins Spiel: Wir sollten in der Pliensauvorstadt keine Fakten schaffen, solange nicht klar ist, was anderswo passiert. Ein sich an der Neubaunotwendigkeit und Neubaumöglichkeit auf dem Zollberg orientierendes aktualisiertes Gesamtkonzept muss her! Dafür gilt es die beantragte Denkpause zu nutzen.

Was die SPD nicht will, ist, dass diese Denkpause lange dauert. Schließlich drängt gerade in Sachen Pliensauvorstadt die Zeit. Und auch das darf nicht sein, dass das Nachdenken vor allem dem Ziel dient, das VfL Post-Gelände anstelle des Areals der Adalbert-Stifter-Schule erneut ins Spiel zu bringen. Ansonsten aber plädieren wir für ein absolut vernünftiges Innehalten mit einem für uns bereits jetzt fixen Orientierungspunkt: dem Neubau der Zollberg-Realschule. Schlussbemerkung: Mit einem solchen Zwischenschritt stellen wir die Schulentwicklung keineswegs auf Null. Wir justieren gegebenenfalls und wenn überhaupt nur etwas nach.

Es gilt das gesprochene Wort.