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Vortragsmatinée zum Ermächtigungsgesetz war voller Erfolg

Ortsverein

Am 24. März veranstaltete die SPD Esslingen in Zusammenarbeit mit der AG60plus und dem SPD-Kreisverband Esslingen im Rahmen der Veranstaltungsserie zum 150-jährigen Parteijubiläum eine Vortragsmatinée zur Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes vor 80 Jahren. Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher war durchweg sehr positiv.

Vor 80 Jahren - am 23. März 1933 - wurde in Berlin das von den Nationalsozialisten vorgeschlagene „Ermächtigungsgesetz“ verabschiedet. Als einzige Fraktion stimmte die SPD-Fraktion im Reichstag mit den noch in Freiheit befindlichen 94 Abgeordneten gegen das Gesetz. Die Esslinger Sozialdemokraten luden am Sonntagvormittag 24. März 2013 zu einer Matinee ein, um mit der Karlsruher Historikerin Dr. Andreas Hoffend über die politischen Entwicklungen, die in die Nazidiktatur führten und die damalige Rolle der SPD nachzudenken.
Im vollbesetzten Bürgersaal des Alten Rathauses skizzierte Frau Hoffend die Situation vor dem 23. März 1933, die mit der Reichstagswahl am 5. März 1933, dem Reichstagbrand und den ersten Notverordnungen der neuen Reichsregierung unter Adolf Hitler eine bedrohliche Entwicklung genommen hatte. In seiner bewegenden Rede hat Otto Wels für die SPD – Fraktion das Nein gegen dieses Ermächtigungsgesetz begründet und damit – wie der deutsche Historiker Heinrich August Winkler schrieb „ nicht nur ihre eigene Ehre, sondern auch die Ehre der ersten deutschen Republik gerettet.“
Im zweiten Teil ihres Vortages zeigte die Referentin auf, wie in wenigen Wochen nach der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetztes die NSDAP die parlamentarische Demokratie zerstörte und eine Diktatur errichtete.
In diesen Wochen und Monaten baute die nach Prag geflohene SPD-Führung den Widerstand im Reich gegen die Nazi-Diktatur auf, der bis auf kleine Gruppen allerdings bis 1940 vom Sicherheitsapparat zerschlagen wurde.
In diesen Jahren mussten zehntausende Deutsche aus politischen Gründen ins Ausland fliehen: dies waren die ersten Heimatvertriebenen, die das Hitler-Regime hervorbrachte.
Im dritten Teil erläuterte Frau Hoffend die verschieden Ursachen, die zum Untergang der ersten deutschen Demokratie führten. Letztlich ist die Weimarer Republik daran gescheitert, dass es außer der SPD und den demokratischen Gewerkschaften keine Gruppen gab, die sich aktiv für die Republik und die parlamentarische Demokratie einsetzten.
Das wichtigste historische Erbe aus dieser schrecklichen Geschichte ist für Frau Hoffend die Erkenntnis, demokratiefeindlichen Bestrebungen schon im Frühstadium energisch entgegenzutreten und Zivilcourage im Alltagsleben zu unterstützen.
Gleichzeitig rief Frau Dr. Hoffend auf, vor allem hier im Südwesten den Widerstand vieler kleiner Leute im Dritten Reich in der Erinnerungskultur und in den Gedenkstätten herauszuarbeiten.
Für die Veranstalter bedankte sich Bernhard Blank bei den Organisatoren dieser Matinee und bei Frau Dr. Hoffend für ihren beeindruckenden Vortrag, der bei vielen Teilnehmern als wichtiger Beitrag im Festjahr 150 Jahre SPD gewürdigt wurde.

 
 

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