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Stellungnahme zur Bedarfsplanung 2014-2016

Gemeinderatsfraktion


Christa Müller

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, wenn ich mich zu diesem Tagesordnungspunkt auf zwei Sätze beschränken müsste, dann würden die so lauten: „Esslingen ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt. Gleichwohl gibt es noch einiges zu tun."

Weil ich aber zum Glück etwas mehr sagen darf, erlaube ich mir eine Begründung dieser Aussage und zunächst eine Begriffsanalyse des vielschichtigen Wortes Bedarfsplanung: In der Wirtschaft bedeutet es die Ausrichtung des Angebotes an der Nachfrage. In der Verwaltungssprache ist es ein eher technokratischer Begriff, der statistische Werte erhebt, Lücken aufzeigt und Maßnahmen zu deren Behebung aufzeigt. Politisch jedoch ist die jährlich zu beschließende Bedarfsplanung ein Zeichen der Wertschätzung für Familien und nachwachsende Generationen. Und gemessen an den in den letzten Jahren erfolgten Investitionen in Betreuungsinfrastruktur kann Esslingen gut und gerne behaupten, eine kinder- und familienfreundliche Stadt zu sein. Denn unser Anspruch als Gemeinderat ist es, jeder Familie, die einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen möchte, einen solchen zu bieten – möglichst wohnortnah, möglichst in der benötigten zeitlichen Dimension, möglichst ohne Betreuungsbrüche und auf jeden Fall in guter Qualität.

All dies ist in Esslingen möglich – jährlich etwas mehr und immer am Bedarf der Familien orientiert. Der Stadt ist die Erfüllung dieses Anspruchs viel Geld wert – sowohl im investiven Bereich durch Neu- und Umbauten von Kinderbetreuungseinrichtungen als auch im laufenden Betrieb durch Betriebs- und vor allem Personalkosten. Wobei uns, der SPD, folgendes nicht so sehr behagt: das Wort Betreuung. Denn schon lange sind unsere Kindertagesstätten, Kindergärten und Kinderhorte, auch die Tagespflege, keine Orte, wo Kinder „nur“ betreut werden. Vielmehr sind sie Orte frühkindlicher Bildung und individueller Förderung. Sie fördern soziale und kognitive Kompetenzen und legen damit wichtige Grundsteine für gelingende Bildungsbiografien. Und damit einhergehend sind die Personalkosten zwar buchungstechnisch ein Aufwand, aber letztendlich sehr wertvolle und wichtige Investitionen in die nachwachsende Generation. Umso betrüblicher ist, dass just der Mangel an ausreichend qualifiziertem Personal den notwendigen Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen punktuell bremst: Die Gebäude sind vorhanden, die Kinder wollen einziehen, doch es fehlt an Personal. Zum Glück versprechen die Maßnahmen, die unsere Sozialverwaltung zur Behebung des Fachkräftemangels getroffen hat, baldige Entwarnung: sei es die duale Ausbildung direkt in den Einrichtungen oder auch die Qualifizierungsangebote der vhs. Hilfreich bei der Gewinnung von Fachkräften ist hier auch unser Esslinger Standard, der sich unter anderem in Leitungsfreistellungen und begrenzten Gruppengrößen zeigt. Diesen zu erhalten, ist der SPD sehr wichtig. Erfreulich ist dagegen, dass wir als Kommune bei der Erfüllung unseres Anspruches wichtige und unerlässliche Partner haben: die beiden christlichen Kirchen, Esslinger Unternehmen, private Träger und die Tagespflege. Ihnen allen gilt unser Dank. In diesen Dank schließe ich alle Erzieherinnen und Erzieher ein, ebenso wie unsere städtischen Fachberaterinnen. Sie alle leisten einen wertvollen Dienst und machen einen tollen Job!

Einige wenige Sätze zur vorliegenden Bedarfsplanung:

  • U3 ist auf einem schnellen und guten Weg, hier dürfte die Bedarfsdeckung mit Ende der aktuellen Planungsperiode und dann rund 46 % Versorgungsquote erreicht sein.
  • 3-6 Jahre Regelbetreuung, jahrelang mit 90 % Planungsquote gut versorgt, schlägt nach 93 % im letzten Jahr nun sogar mit 95 % zu Buche. Eine, wie wir denken, sehr erfreuliche Entwicklung für eine optimale Vorbereitung auf die Schule.
  • 3-6 Jahre ganztags erfordert noch sehr starke Anstrengungen, umso mehr als der Ganztagsdruck im Laufe der Jahre von unten kommend weiter ansteigt.
  • Dasselbe gilt für 6-10 Jahre ganztags, wo wir mit dem Ziel einer Hortqualität an den Grundschulen einen guten Weg eingeschlagen haben. Die SPD erhofft sich durch die aktuell erfolgte Einigung zwischen Landesregierung und kommunalen Spitzenverbänden zur verstärkten Ausstattung von Ganztagesschulen mit Lehrerstunden einen ordentlichen Schub in Form von weiteren Anträgen auf Ganztagesschule durch unsere Esslinger Grundschulen.
  • Dass die Hortqualität an Grundschulen erreicht wird, hängt entscheidend von ausreichenden und ebenfalls bedarfsgerechten Ferienangeboten ab. Die im SJR zusammengefassten Verbände unternehmen hier schon jetzt enorme Anstrengungen und können gerade auch im Vergleich zu anderen Städten ein sehr gutes Angebot vorweisen. Seit jüngstem bietet der SJR mit der neuen Online-Plattform dazu noch eine einfache Möglichkeit, ein passgerechtes Angebot für die Familien zu finden und direkt zu buchen. Die jüngsten Anregungen aus der Elternschaft werden dort sicher bedacht und wohlwollend geprüft werden. Vielen Dank dem SJR und allen mit ihm kooperierenden Ausrichtern von Ferienangeboten.

George Bernard Shaw sagte: „Das unterhaltsamste Spielzeug eines Kindes ist ein anderes Kind." Dem ist nichts hinzuzufügen und in diesem Sinne stimmt die SPD-Fraktion der vorliegenden Bedarfsplanung zu. (Stellungnahme von Christa Müller zur Bedarfsplanung 2014-2016 aus der Gemeinderatssitzung vom 17. Februar 2014)

 
 

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