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Equal Pay Day 2011, die ASF beschäftigt sich mit den Hintergründen

Arbeitsgemeinschaften

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag der Gender Pay Gap, d.h. der prozentuale Unterschied von Männern und Frauen im durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen in Deutschland wie in den Jahren zuvor erneut bei 23 % zu Lasten der Frauen. Wie ein rotes Ausrufezeichen markiert der Equal Pay Day deshalb jährlich das Datum, bis zu dem Frauen über das Jahresende hinaus arbei-ten müssten, um das gleiche durchschnittliche Vorjahreseinkommen wie die Männer zu erlangen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hier an siebtletzter Stelle, unter den Schlusslichtern also.

Seit 4 Jahren widmet sich folgerichtig eine bundesweite Offensive dem Thema der Entgeldgleichheit zwischen Männern und Frauen, wobei über den Aktionstag hinaus der konstruktive Dialog rund um das Thema geführt und die Sensibilisierung aller Akteure der Wirtschaft und der breiten Öffentlichkeit gesucht wird. Zum sympathisch frauentypischen Symbol des Protestes wurde übrigens das Tragen einer roten Tasche - diese steht für rote Zahlen und dafür, dass Frauen eben weniger in derselben haben als Männer.

Wo sind die Ursachen für diese Ungleichheit zu finden und was sind die Antworten darauf? Damit beschäftigt sich zeitnah zum Stichdatum die Esslinger Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

„Die Gründe für Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen sind natürlich komplex“, so ASF- Sprecherin Claudia Puschmann. „Die berechtigte Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit wäre deshalb zu kurz gesprungen, obwohl schon hier die Ungleichheit deutlich sichtbar wird. Viel tiefgrei-fender sind allerdings die strukturellen Probleme, die z.B. dazu führen, dass der Frauanteil, der beim Abitur noch bei 53 % liegt, auf dem Weg nach oben in die obersten Führungsetagen auf 10 % schrumpft.“ Trotz Bundesgleichstellungsgesetz steigen die Zahlen nur ganz langsam.

„Also doch die Quote?“, fragt ASF-Mitglied Solveig Hummel. „Oder andere unterstützende Maßnah-men und Anreize seitens der Politik, Fortentwicklung der Unternehmenskultur, der dringend notwendi-ge Bewusstseins- und Rollenwandel?“

„Die bestehende Rollenverteilung wird vom aktuellen Steuer- und Sozialversicherungssystem ver-stärkt, das nach wie vor die Alleinverdiener-Ehe begünstigt. Dies führt unter anderem dazu, dass Frauen häufig als Hinzuverdienerinnen gesehen werden und eine geringer entlohnte Tätigkeit auf-nehmen“, weiß Berufsberaterin Karin Käppel. Doch mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und dem dadurch begünstigten schnelleren Wiedereinstieg von Frauen besteht hier Handlungsdruck, zumal immer mehr Frauen ihre Kinder als Alleinverdienerinnen großziehen. Und besonders problematisch: Auch das Thema Altersarmut von Frauen ist u.a. eine direkte Folge der Entgeldunterschiede. „Und dann ist da noch die berechtige Frage, wie es sich unser Land angesichts zunehmenden Fachkräfte-mangels leisten kann, auf das große Potential der Frauen zu verzichten“, so Käppel.

Durch das Hinterfragen traditionelle Rollenbilder und der damit verbundenen Verhaltensweisen und Rahmenbedingungen kann der Weg zu gleichberechtigten und gleichwertigen Einkommens- und Kar-rierechancen für Frauen und Männer in Deutschland ein gutes Stück geebnet wird. Dazu gehören die gemeinsame Verantwortung beider Elternteile bei der Kinderbetreuung ebenso wie ein breites Ange-bot von Zeit- und Teilzeitmodellen in den Betriebe. Und die Frauen müssen den Mut und das Selbst-bewusstsein aufbringen, auch in Führungspositionen Verantwortung zu übernehmen – in der Familie, im Alltag, in vielfältigen Ehrenämtern für sie ja sowieso schon selbstverständlich. „Vor uns liegt noch ein langer Weg des Umdenkens“, so Solveig Hummel. „Und wenn es hilft, dann eben auch die Quote!“

Der Equal Pay Day 2011 steht passend und folgerichtig unter dem Motto „Mannsbilder? – Weibsbil-der? – Neue Bilder!“ Und Bilder entstehen bekanntlich im Kopf...

 
 

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