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Anträge auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule

Kommunalpolitik


Andreas Koch

Statement von Andreas Koch, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, zum Thema: Anträge auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule

"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,

für die SPD mache ich zu den Anträgen dreier Schulen auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ab dem Schuljahr 2015/16 folgende zehn relativ kurze Anmerkungen und eine längere dazu:

Erstens. Die von der Verwaltung präsentierte Vorlage ist umfangreich, mit den nötigen Zahlen bewehrt, dabei präzise und argumentativ schlüssig. Danke für eine gute Entscheidungsgrundlage!

Zweitens. Die SPD stimmt allen drei Anträgen, also den Anträgen der Realschule am Schillerpark, der Katharinenschule und der Lerchenäckerschule auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zu.

Drittens. Der Antrag der Realschule am Schillerpark freut uns besonders. Auf die zunehmend heterogene Schülerschaft mit der Umwandlung in eine Schulform zu reagieren, die genau diese Vielfalt braucht und konzeptionell mit ihr umgehen kann, halten wir für richtig. Die Erfolgsaussichten sind gut.

Viertens. Auch der Katharinenschule räumen wir als Gemeinschaftsschule gute Chancen ein. Der Unterbau einer Grundschule und die langjährige Erfahrung mit Ganztagspädagogik sprechen dafür. Das haben wir im Übrigen bereits im vergangenen Jahr so gesehen. Es gibt keinen Grund für uns, diese Sichtweise zu korrigieren.

Fünftens. Bei der Lerchenäckerschule dagegen ist die Transformation in eine Gemeinschaftsschule so etwas wie eine letzte Chance. Jedenfalls hat sie als Werkrealschule keine Zukunft. Diese Möglichkeit zur Sicherung ihrer Existenz dürfen wir ihr nicht verwehren. Anders ausgedrückt: Die SPD ist nicht willens, der Lerchenäckerschule zum jetzigen Zeitpunkt das Totenglöckchen zu läuten. Stattdessen wirft sie ihr einen Rettungsring zu. Ob er trägt, muss sich weisen. Vergeben tun wir uns mit dieser Aktion überhaupt nichts.

Sechstens. Abgesehen von dieser jeweils einzelschulbezogenen Begründung führt die SPD für ihr Votum ein wichtiges allgemeines Argument an: Man sollte denselben Fehler nicht zweimal machen. Jedenfalls haben wir uns schon einmal bei dem Versuch, an Eltern, Schülern und Lehrern vorbei die Bildungslandschaft in unserer Stadt nach gutachterlichen und gemeinderätlichen Idealvorstellungen umzugestalten, verhoben. Deshalb tun wir gut daran, die in diesem Fall positiven Voten der jeweiligen Schulkonferenzen sowie des Gesamtelternbeirats Esslinger Schulen zu respektieren und auch unsererseits die Ampel auf Grün zu stellen.

Siebtens. Außerdem überfordert sich ein Gemeinderat, wenn er, und sei es in bester Absicht, die Verantwortung für ein kommunales Schulsystem komplett an sich ziehen oder sich zuschieben lassen würde. Für die Beurteilung pädagogischer Konzepte und das letztendliche „Go“ oder „No Go“ sind andere Ebenen zuständig. Von dieser Entscheidungspflicht brauchen und dürfen wir sie nicht entbinden.

Achtens. Was besagte „andere Ebenen“ anbelangt, so rät uns das Staatliche Schulamt davon ab, den Antrag der Lerchenäckerschule positiv zu bescheiden. Der Grund: Mit drei weiteren Gemeinschaftsschulen könnte das diesbezügliche Potenzial ausgeschöpft sein und der eventuelle Antrag einer weiteren Realschule keine Chance auf Genehmigung mehr haben. Wessen Zahlen stimmen nun: die der Stadt oder die vom Amt? Die Wahrheit liegt wohl wie immer nicht in irgendeiner Statistik, sondern in der Wirklichkeit. Und die sollten wir sich entwickeln lassen und dann sehen, wo steuernd eingegriffen werden muss – nicht umgekehrt.

Neuntens. Wir beschließen heute über zwei Dinge mit Recht n i c h t, nämlich über eine potenzielle Sekundarstufe II an einer Gemeinschaftsschule und auch nicht über die Zügigkeit. Das heißt für die SPD nicht, dass wir die diesbezügliche Verantwortung grundsätzlich und auf Dauer abgeben würden. Nur stehen diese Dinge im Augenblick zur Regelung gar nicht an.

Zehntens. Die SPD wirbt für ihre Sicht der Dinge, die im Ergebnis deckungsgleich mit der der Verwaltung ist: Realschule am Schillerpark, Katharinenschule und Lerchenäckerschule sollen Gemeinschaftsschulen werden können. Dass daneben bis auf weiteres zwei Realschulen und eine Werkrealschule fortbestehen, sichert die von verschiedener Seite nachdrücklich geforderte Wahlfreiheit für Eltern und Kinder.

Elftens und quasi als grundsätzliches Postskriptum: Der Impetus, die Esslinger Bildungslandschaft umgestalten zu helfen, geht bei der SPD nicht von einem theoretischen Zwei-Säulen-Modell, sondern von der Tatsache aus, dass Eltern und Schüler eine solche Schullandschaft per Abstimmung mit den Füßen in der Praxis bereits herbeigeführt haben: Wir haben de facto eine Zwei-Säulen-Realität. Säule 1 sind die Gymnasien inklusive der beruflichen Gymnasien. Säule 2 ist ein Schultyp, der sich mit einer zunehmend heterogenen Schülerschaft auseinandersetzen muss. Dafür halten wir die Form der Gemeinschaftsschule mit ihrem Markenkern des längeren gemeinsamen Lernens und der individuellen Förderung für am besten geeignet und glauben, dass sie sich Schritt für Schritt weiter durchsetzen wird. Allerdings bestimmt dabei nicht die Politik das Tempo, sondern die Eltern, Schüler und Lehrer. Die Folge: Die Bildungslandschaft unserer Stadt wird sich noch für einige Zeit nicht gerade idealtypisch präsentieren, was manchen Puristen vielleicht stören mag. Sei’s drum: lieber eine lebendige, irgendwann fertig werdende Baustelle als eine Bauruine, verursacht durch eine Planausführung an den Betroffenen vorbei! Auch Zwischenschritte führen, wenn man es im Auge behält, zum Ziel, und dieses Ziel hat die SPD: Wir wollen Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit nach Möglichkeit für alle – auch und gerade hier in Esslingen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg dahin. Danke allen Beteiligten und vor allem den Eltern sowie den Schulen und ihren Kollegien, die den Mut und die Ausdauer haben, diesen nicht einfachen Weg zu gehen – in welcher Säule und Schulform auch immer!"

Andreas Koch, Fraktionsvorsitzender

(Statement in der Sitzung des Gemeinderats am 12. Mai 2014)

 

 
 

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